Gefährliches Manaus

(Manaus/Brasilien). Um 15 Uhr verabschieden wir uns bei einem letzten kühlen Bier von unseren neuen Freunden Andreas, Karin und Wolfgang und dem Amazonas. Wir sind ein bisschen neidisch auf die Ösis, da die noch einen Tag länger auf dem Hausboot verweilen. Der große Fluss und das ganze Flair drum herum waren intensiv und inspirierend.


Auf unserem Kahn schippern wir müde und ganz allein, aus dem Nichts zurück in Richtung Millionenstadt Manaus. Wir gehen wieder in unser Hotel Colonia und danach um die Ecke in ein Restaurant. Der Kellner  sagt uns gegen 20 Uhr, dass sie jetzt schließen, da die Gegend hier viel zu gefährlich wäre. Fanden wir nicht, als wir vor unserem Amazonastrip genau hier bis tief in die Nacht herumgetingelt waren. Aber glauben wir dem Kerl mal und gehen brav zurück aufs Zimmer. Recht früh machen wir dort die Lichter aus. Morgen geht es weiter in Richtung Venezuela…    Als Grußkarte versenden

 

 

8.8.06 18:15, kommentieren

Das Bier der Indios

(Amazonas/Brasilien). Auch, wenn man schon öfter durch einen Urwald gewandert ist, der Regenwald steckt immer wieder voller spannender Geheimnisse.  Über drei Stunden befassen wir uns mit dem hiesigen Amazonaswald und werden auf neue überrascht, welch ungewöhnliche Pflanzen und Tiere es doch auf unserem Planeten gibt. Hier sind sie vor allem eines: groß!


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Der Regenwald spendet den einheimischen Bewohnern nicht nur Nahrung. In einigen Hölzern verstecken sich literweise Trinkwasser, aus der nächsten Pflanze wird Pfeilgift gewonnen, eine andere ist ein Heilmittel und die nächste eine Kosmetik für die Welt da draußen. Gummi und Harz fließt von den Bäumen, einige  lassen sich wirklich leicht entzünden und manche Schlingpflanzen dienen uns als Hollywoodschaukel.

 

Ehrlich gesagt, finde ich es dann richtig schade, dass uns die Einheimischen in ihrer originalen Holzhütte, kaltes Bier anbieten. Erst jetzt merken wir, wie weit die Zivilisation – und damit auch wir – schon in die letzten unberührten Lebensräume vorgedrungen sind. Bedrückt lehnen wir die dargereichten Dosen ab, lassen uns noch einen Wasser-Baumstamm aufschlagen und prosten den herzlichen Indios freundlich zu.   

 

8.8.06 17:07, kommentieren

Tropischer brasilianischer Regenwald

(Amazonas/Brasilien). Nach einem echten Dschungelfrühstück mit frischen Bananen – nach so lange Weltreise ist dies für mich alten Ossi immer noch ein Festmahl – geht es wieder aufs Boot. Die Fahrt ist wieder sehr lang und heute ist es auch unglaublich schwül, sodass wir und freuen, als wir im unterwartet kühlen Regenwald verschwinden können.


Heute steht so etwas, wie eine botanische Führung auf dem Programm, d.h. unser lustiger Führer hetzt uns nicht durch „das größte zusammenhängende Grün“ der Erde , sondern wir nehmen uns Zeit.für den tropischen Regenwald Brasiliens.

8.8.06 16:58, kommentieren

Käfer auf dem Kopf

(Amazonas/Brasilien). Wir sind auf dem Rückweg und Michael beschließt auf Grund der sauguten Stimmung unplanmäßig an Land zu gehen. Mitten im Urwald des Amazonas stehen wir plötzlich vor einer schummrigen Bar. Tatsächlich verkaufen Sie uns hier einkalte Bier; für die Frauen gibt es sogar ein Mixgetränk. Wir quatschen, spielen ein bisschen Billard und lernen uns noch besser kennen. Bei ausgelassener Stimmung fällt mir plötzlich irgendetwas Komisches auf den Kopf. Als ich sehe, was es ist, muss ich schmunzeln, weil ich daran denken muss, wie Sylvie reagiert hatte, wenn dieser riesige Käfer auf ihrem Schädel gelandet wäre.


Weit nach Mitternacht erreichen wir unser Hausboot auf dem jetzt Mucks-Mäuschen-Stillen riesigen Fluss und trinken ein letztes Brahma aus der Dose. Wir haben bereits beschlossen, den morgigen Sonnenaufgangstrip ausfallen zu lassen. Früh um 5 Uhr ist einfach nicht drin. Jetzt ist es kurz nach Eins.

7.8.06 20:24, kommentieren

Nadja die Alligatorin

(Amazonas/Brasilien). Zurück auf dem Mutterschiff heißt es schon wieder Abendessen fassen – das ist hier ziemlich straff durchorganisiert auf so einem Amazonastrip. Außerdem verkaufen sie hier nur extrem teures Dosenbier, was wir natürlich in größeren Einheiten kaufen. Auch Wolfgang, der Österreicher hat ziemlichen Durst nach der Angeltour.


Sie entreißen uns fast den Gestensaft und schubsen uns wieder in das kleine Motorboot. Den Alligatoren-Nachtausflug hatten wir fast schon vergessen und bei der angenehmen Stimmung wahrscheinlich auch lieber ausgelassen. Die rasende Fahrt mit dem lauten Motorengeräusch ist auch reichlich ätzend. Nach einem halben Stunde auf den schmalen Holzbrettern, die als Sitze dienen, schmerzt der Rücken und vor allen der Hintern. Wolle drückt mir ein geschmuggeltes Bier in die Hand, danach geht’s wieder.

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Als wir in eine modrige, dunkle Lagunenwelt fahren, wundern wir uns noch mehr, dass wir von Moskitostichen am Amazonas scheinbar verschont bleiben. Bisher wurde nicht einer von und attackiert. Michael, unser Führer sucht mit einer starken Taschenlampe im Moor und Unterholz nach leuchtenden Alligatorenaugen. Zwar blinken die einige Male im Schilf hell auf, aber er bekommt keinen der Viecher zu greifen.


Nachdem wir uns schon fast wieder auf den Rückweg machen wollen, greift er ein letztes Mal in die sumpfige Brühe und tatsächlich holt er einen kleinen Beißer an Bord. Ich hatte noch nie einen Alligatoren in der Hand und möchte ihn natürlich, genau wie Sylvie und Andreas mal anfassen und streicheln. Schnell einigen wir uns auf einen Namen für den schuppigen Caiman. Wir nennen ihn, warum auch immer: Nadja.  Die Kleine wird ganz schön herumgereicht, bevor Michael sie auf Nimmerwiedersehen in den größten Strom des Kontinents entlässt. Essen, wie angeboten, wollten wir sie wirklich nicht!


7.8.06 18:54, kommentieren

Sonnenuntergangsstimmung

(Amazonas/Brasilien). Der Tag auf dem Amazonas schippert so vor sich hin und bevor wir uns versehen, steuern wir dem Sonnenuntergang entgegen. Bevor wir uns diesem gigantischen Schauspiel ausschließlich widmen können, staune ich über meine Freundin.

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Genau genommen hätte ich auf dieser Weltreise nicht erwartet, dass sie sich jemals freiwillig in Gefahr begibt: bei äußerst angenehmen Temperaturen springt sie plötzlich – gleich als zweite - in den erfrischenden Amazonas. Achtung! Nochmals der Hinweis: wir hatten soeben mehrere fleischfressende Piranhas geangelt und es soll hier ja riesengroße Alligatoren und Schnappi das Krokodil geben. Ich bin überrascht über ihren Mut und zugleich etwas besorgt. Nein, ich springe nicht hinterher. Ich habe tatsächlich ein bisschen Angst, da ich eine offene Wunde habe – die möchte ich mir von den Fischen nicht ausfräsen lassen.

Der Fluss ist an vielen Stellen so breit, dass man denkt, man befinde sich auf dem Meer oder zumindest auf einem riesigen See. Der Sonneuntergang ist deshalb unglaublich schön und mit keiner anderen Region dieser Welt zu vergleichen. Wir sind beeindruckt.  

 

7.8.06 17:50, kommentieren

Drei zu Null Piranhas

(Amazonas/Brasilien). Um 15 Uhr, also viel zu spät, landen wir auf unserer Hütte im Wasser.  Die Zimmer sind gar nicht mal so übel, haben sogar ein eigenes Klo und so was Ähnliches wie ne Dusche; lediglich die fehlenden Moskitonetze und meine Hämorriden machen mir Sorgen, aber wir werden sehen.

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Sofort gibt es Mittagessen und da  alle anderen Gruppen schon viel länger hier sind, reihen wir uns ganz hinten ein. Wie im Pauschalurlaub stürmen die hier das Buffet und für uns bleiben welke Salatblätter, einige Krümel Reis und der kümmerliche Rest des grätenreichen Fisches. Es gibt also auch auf dem Amazonas ein Hauen und Stechen ums Fressen.


Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie uns am Nachmittag eine Angeltour anbieten. Zusammen mit unseren neuen Freunden – der wirklich lustigen Familie aus Österreich und dem Mexikaner – fahren wir in einen Seitenarm des mächtigen Flusses. Wir sehen weitere Delfine und in einem Mangrovenwald springen uns kreischende Affen entgegen. Im wahrlich dichten Grün schreien unbekannte Vögel um die Wette.

 

Der Führer drückt jedem einen kleinen Holzstab, Sehne, Haken und rohes Fleisch in die Hände. Wir schauen uns fragend an und während wir noch dabei sind, unsere Angel zu konstruieren, hat der Einheimische auch schon seinen ersten Piranha gefangen. Beeindruckt betasten wir die messerscharfen Zähne des kleinen Ungeheuers. Österreich und Mexiko sind jetzt heiß, die Deutschen im Angelwettstreit zu schlagen. Wie soll ich es ausdrücken: diese beiden Länder angeln genauso, wie sie Fußball spielen. Zuerst fange ich einen riesigen fiesen Fleischfresser, dann noch einen und kurz vor Schluss schreit sogar Sylvie ganz aufgeregt im Wald herum und wedelt stolz mit ihrem Fisch.

Deutschland = 3 - Ösis und Mexis = Null.

Wir hoffen, auch für sie, dass wir hier nicht unser Abendbrot gefangen haben...  

 

 

7.8.06 17:15, kommentieren

Das Haus im Fluß

(Amazonas/Brasilien). Wir tuckern gemütlich über den großen Strom, überall können wir in die weit verzweigten Nebenarme des Amazonas blicken und staunen darüber, dass wir teilweise über eine Stunden fahren, ohne ein anders Boot zu Gesicht zu bekommen.

 

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Die Natur erblüht hier in eine ungeahnte Fülle - meistens in sattem Grün. Nach über 60 Kilometern brüllt unser Kapitän, dass wir nun bald am Ziel wären. Doch wir können nicht erkennen, wo dies hier, inmitten von Regenwald und Wasser sein  soll. Erst sehr spät erblicken wir ein winziges Haus mitten im Fluss - wir sind angekommen, im Nirgendwo; das wird sicherlich spannend. 

 

 

7.8.06 16:57, kommentieren

Blau, braun, grün und rosa

(Amazonas/Brasilien). Um 7 Uhr ist die Nacht vorbei, da wir um 8.00 zu unserer großen Amazonastour abgeholt werden sollen. Um 9 Uhr kommt da endlich ein Mann, der mit uns durch die ganze Stadt düst, bis wir in irgendeinem verkeimten Hostel, einen kleinen Mexikaner wecken, der auch noch mit muss.  Um kurz nach 11 sind wir endlich auf dem riesigen Schiff und zusammen mit einer Familie aus Österreich, zwei Leuten Besatzung und dem Kapitän tuckern wir gemächlich auf dem  zweitlängsten blauen Fluss der Erde.

Erst in der Mitte des Stromes kann man wirklich erahnen, wie groß Manaus wirklich ist und wie unpassend die Millionenmetropole hier mitten im tropischen Regenwald wirkt.

 

Der große Kutter fährt uns zunächst zum bedeutenden Zusammenfluss von Rio Negro und Amazonas. Die Stelle soll angeblich unglaublich beeindruckend sein.

Ist sie aber nicht! Wir können hier wirklich keine zentimeterscharfe Grenze zwischen dem braunen Wasser des Amazonas und dem schwarzen des Zuflusses Rio Negro erkennen.Vielleicht erkennt man das auf den Fotos dann später besser?!


 

Aber wir fangen bereits nach kurzer Zeit an, uns zu entspannen und wie zur Belohnung sehen wir zwei Amazonas Delfine. Die größten aller Flussdelfine sind blass rosa gefärbt und schwimmen grinsend direkt an unserem Boot vorbei. Glücklich nach dieser Begegnung  schippern wir immer tiefer hinein in die grüne Lunge der Erde.

                  

7.8.06 16:04, kommentieren