Surf Baby - Surf!

(Byron Bay/Australien). Meine Sicht: Endlich! Wir sind richtig heiß und es geht nach Byron Bay. In Thailand hatten wir einen Ami getroffen, der das Surfen in BB gelernt hatte. Der gebürtige Kalifonier (!) sagte zu mir: "Surf Baby - Surf!" und noch irgendwas, was ich nicht verstanden habe...


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Wir buchen (Sylvie bucht den Couch- Abhängkurs) sofort aus unserem Traumappartment, mit Ost- und Westterasse, Amikueche, Pool und Whirlpool u.s.w. telefonisch bzw. per Laptop den 1-Tageskurs beim billigsten Anbieter "Kool Katz".


Als uns am nächsten Tag der völlig verplante Suffschaedel "Gerald Depardieu" abholt (später kommt noch sein Kiffer-Kumpel "Wolle Petri" dazu) und uns sagt, wir sind heute "nur" zu zehnt und haben bei dem Regen und Sturm richtig gute Bedingungen, zweifelen wir langsam daran, dass billig, immer auch gut ist. Zum Glück steigen zwei süße Mädels aus Wernigerode in den Bus, die unseren teils sehr schrägen und schwarzen Humor verstehen und teilweise sogar noch einen draufsetzen können. Wir mögen uns wirklich auf Anhieb!



Wir fahren an eine Flussmündung und bekommen vollig verkeimte, nasse, stinkende Wetsuits . Ich bekleide mich mit Vollkondom; alle anderen Jungs mit Shorties, also kurzen Überziehern und wir paddelen 200 Meter zum Surf. Die 1 - 1,5 Meter hohen Wellen sind wie künstlich erzeugt und laufen schnurrgerade 100-200 Meter den Fluss "bergauf".


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Und jetzt kommt der Hammer: Auf meiner allerersten Welle (zwar noch mit Anschubsen) stehe (!) ich locker 40 Meter – Hermann kullern fast die Augen raus, bis er es selbst versucht und 70 Meter auf Anhieb abreitet. Es ist extrem geil und wird von mal zu mal besser. natürlich stocken wir bei "Kätzchen" auf drei Surfkurstage (90 Aussie $) auf und machen hier dermaßen den Affen, dass unsere Witze wirklich nur noch unsere Surfbabies aus Sachsen-Anhalt verstehen: Unter Rufen wie: "Bahn frei Kartoffelbrei" und "Verpiss Dich aus meiner Welle, Du Penner" machen wir den Anfängern unser Wellenrecht klar und surfen am letzten Tag ca. 200 Meter parallel zueinander (unter dem Jubel der anderen) die bisherige Welle unseres Lebens.. Surfgott Kelly Slater war einmal. Wir sind die neuen Helden!


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Dass lange Wetsuites nicht schlecht sind, erleben wir auch: Ein Finne hat das Glück am letzten Tag, eine Blauqualle genau in seine fetzige Billabong-Badehose zu bekommen, die sich an seinen Hoden festsaugt - er schreit, wie am Spiess! Wir Deutschen lachen uns insgeheim scheckig.


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Die Abende mit unseren drei Mädels sind wunderbar. Nach unseren Surfabenteuren trinke ich mit Hermann ein paar Erfolgsbierchen, dann folgt ein längerer Mittagsschlaf und am Abend geht es in den Pub, mit Sylvie, Antje und Kati, die am ersten Tag sogar ihren Geburtstag feiert. Hermann hat ziemlich viel „Kacke am Fuß“ wie man in der Surfersprache so sagt, denn er hat hier erstaunlich viele Chancen bei den weiblichen Anwesenden, permanent quatsch ihn irgendeine Tante an. Was er daraus macht, ist natürlich kläglich, aber egal – Stimmung kommt so allemal in die Bude.


Apropos Surfersprache: am dritten Tag unseres Kurses haben wir diese ziemlich gut drauf; ein Beispiel: „Duck“ rufe ich den Hermann, was das gleiche bedeutet wie „Buoy“, also jemand der in der „Lineup“ sitzt und nie die „Guts“ hat, eine Welle zu nehmen. „Geek“ brüllt Hermann zurück – ich antworte „Decoy“, was einem verschärften „Duck“ entspricht. Er sagt „Asshole“ was in der Surfersprache exakt das bedeutet, was es auch sonst heißt. Wir überlegen, wann wir unseren ersten „Twenty-Footer“ nehmen werden, sehen vor uns momentan leider nur „Two-Footer“. Trotzdem rufe ich ihm rüber „Kamikaze?“ und wir paddeln los „Big Surf“ höre ich noch von rechts und wir scheien uns gegenseitig an: „Duck“, „Geek“, „Decoy“, „Asshole“ – lachend nehmen wir die Welle und reiten sie gute zweihundert Meter durch "die Tube" bevor wir springen. Wir sind frei und glücklich.


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Ein schöner Abschiedsabend zu fünft mit Kochen (wir lieben es in Australien Fleischberge zu brutzeln, aber auch Gambas, Krebse, Fisch und Muscheln - diese Supermärkte hier sind gigantisch!), Singen (u.a. deutsche Volkslieder), Tanzen (etwas wackelig) und quasseln.


Wir verlieren uns in endlose Diskussionen über den nächsten Surf und das nächste Getränk. Au weia: wir haben in nur vier Abenden drei Kisten Stubbies (24er Packung Bier) und 12 Flaschen Wein getrunken, waren jedoch auch öfter mal Auswärts unterwegs gewesen – Herzlichen Glückwunsch.


Mit etwa 2,5 Promille fahren Hermann und ich die Mädels zurück in ihr Youth-Hostel, wo sie zu sechst in einem Mini-Zimmer hausen und sie ständig ihr Essen geklaut bekommen. Diesmal haben sie ja wenigsten gut bei uns gegessen und Hermann traut sich wieder einmal nicht zu fragen, ob sie vielleicht bei uns schlafen wollen. Sicherlich werden sie uns auch so nicht vergessen. Um 3.30 Uhr Nachts trinken wir auf der Terrasse unser letztes Bier in Byron Bay. Was für Tage. Ich kann jetzt SURFEN!

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28.2.06 19:36

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