Der beste Bus der Welt

(Catarmarca/Argentinien). Trotzdem wir ausgeschlafen hatten, zieht sich der Tag heute wieder einmal wie ein Kaugummi in die Länge. Eigentlich ist es schade, dass wir die fantastische Gegend schon wieder verlassen, aber seit neuestem haben wir wieder richtig viel Lust, so viel wie möglich Neues zu sehen.


Um 14 Uhr erreichen wir San Juan, wo wir nochmals die Zeit von 18 bis 23 Uhr irgendwie totschlagen müssen. Die Stadt kennen wir ja schon und wissen daher, dass wir hier im Prinzip lediglich ins Internetcafe gehen können, um bis 23 Uhr halbwegs wach zu bleiben.

Fast die „ganze Spaßtruppe“ von der Tour war zusammen aufgebrochen, doch bereits seit heute Mittag gehen uns besonders die Engländer, mit Ihrem „have fun“ - Gehabe so dermaßen auf die Nüsse, dass wir uns spontan dafür entschieden haben, nach Catarmarca zu fahren, statt wie alle anderen nach Salta. Noch ein paar Tage mit den „fucking crazy guys“ wollen wir uns nicht antun. Letztendlich warten wir dann aber doch zusammen auf den Bus und stellen fest, dass Sie im selben sitzen, wie wir – nur steigen wir eben eher aus.

Der Fletcha-Bus ist der Hammer. Zum ersten Mal hatten wir „Cama completo“ gewählt, was bedeutete, dass das Ticket zwar um einiges teurer war, jedoch haben wir hier wirklich jeder ein eigenes komplettes Bett. Zusätzlich gibt es hier wie im Flugzeug, Stewardessen, die einem Essen, Wein und Kekse reichen. Leider geht es mir doch noch nicht viel besser, sodass mich dies alles wenig interessiert. Schon zu Beginn des ersten Filmes schlafe ich tief und fest ein. Es ist trotzdem der beste Bus der Welt.

Catarmarca erreichen wir früh um 6.30 Uhr. Da wir von Tobias (dem lustigen Deutschen der letzten Tage) ein paar Hotels herausgeschrieben hatten, wussten wir wenigstens, dass uns der Fahrer in das vom „Lonely Planet“ so hoch gelobte „splurge“ Hotel fahren soll, welches natürlich ausgebucht ist. Sagen wir es einmal so: in der kompletten Stadt sehen wir auch im weiteren Verlauf des Tages und Abends keinen einzigen anderen Touristen – ich glaube, die wollten uns einfach nicht. Die Stadt im Tal, umgeben von beeindruckenden Berggipfeln ist eigentlich ganz schön und besticht durch viel alte Gebäude einen historischen Plaza und die gemütliche Fußgängerzone. Die Leute hier sehen schon viel dunkler und „bolivianischer“ aus, als in Buenos Aires und Mendoza und bewegen sich viel gemächlicher und ohne Hektik. Leider finden wir auch hier kein vernünftiges Restaurant (damit wäre lediglich ein Cafe gemeint, dass außer fettigen Burgern und Fleischbergen auch etwa mit Gemüse gehabt hätte), sodass wir gegen 21 Uhr in einem wahren Kaufrausch, den riesigen Supermarkt „leer kaufen“. Es gibt verschiedene Käse- und Wurstsorten, Oliven, Obst und Gemüse jeglicher Art, wonach unsere Fleischversauten Mägen regelrecht gieren. Keine Angst; Vegetarier werden wir jetzt nicht!

29.5.06 20:55

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